Allgemeine mit der Leistung verbundene Ziele

6.1 Leitziele gemäß SGB VIII

Allgemeines Leitziel des Angebotes ist, junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern und dazu beizutragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen (§1 SGB VIII). Unsere Pädagogik soll in jedem Kind, Jugendlichen und jungen Volljährigen die Überzeugung stärken, dass jeder Mensch einzigartig ist, über sich selbst hinauswachsen kann und mit seinen Eigenschaften das Gemeinwesen bereichert.

6.1 Leitziele bezogen auf die Zielgruppe

Unserer pädagogischen Arbeit sind, Leitziele:

1) die Kinder und Jugendlichen zu befähigen, den Alltag zu bewältigen. Unsere auf den Einzelfall zugeschnittenen Hilfen berücksichtigen in besonderer Weise das Lebens- und Aktionsfeld des jungen Menschen und seiner Familie. Unsere Betreuungsleistungen zielen darauf ab, die Kinder und Jugendlichen dazu zu befähigen, ihre individuellen Ressourcen [wieder] zu entdecken und zu erweitern. Perspektivisch sollen sie in der Lage sein, ihr Leben eigenständig und selbstverantwortlich zu führen. Dies umfasst auch eine Hilfestellung und Stärkung der Menschen im Umfeld, die lernen können, mit den Herausforderungen umzugehen, um mit der Zeit selbst Hilfestellungen zu leisten.

2) über den Alltag Werte und Normen zu vermitteln. Werte und Normen sind dauerhafte Bestandteile kultureller Tradition. Die Kinder und Jugendlichen lernen über alltägliche Beobachtungen und Erfahrungen soziale Werte und Normen kennen. Neue Verhaltensweisen können erworben und verinnerlicht werden und bereits vorhandene sich festigen oder ändern. Da Kinder und Jugendliche sich an den Erwachsenen orientieren, sind unsere Mitarbeiter bei der Vermittlung von Werten und Normen Vorbilder für die Kinder.

Unsere Vorbildfunktion spiegelt sich unter anderen wider durch:

  • Wir akzeptieren die verschiedenen Kulturen und Traditionen der Kinder
  • Vermittlung von ethischen Werten, wie Toleranz, Offenheit und Achtung (Wir sind den Kindern mit unserer Haltung Vorbild und wir greifen ein, wo die uns wichtigen Werte nicht eingehalten werden)
  • alltägliche Umgangsformen, beim Begrüßen und Verabschieden sich die Hand reichen, sich zu bedanken, etc.
  • Respekt vor dem Eigentum und Wertschätzung von Material und Gegenständen
  • Die Privatsphäre jedes einzelnen wird als Grundrecht anerkannt und geachtet (Den Kindern und Jugendlichen wird die Privatsphäre dem Alter und Entwicklungsstand entsprechend anerkannt.
  • Die Kinder-/Jugendzimmer, sowie die Gruppenräume sind geschützter Wohnbereich, wir klopfen vor dem Eintreten an.)
  • Wir begegnen den Kindern mit ihren verschiedenen Religionen, Kulturen und Traditionen offen und lassen ihnen den Raum, diese nach Möglichkeit zu leben.
  • Einander Zuhören und ausreden lassen
  • Umgang mit Konflikten (die Kinder und Jugendlichen lernen in Gesprächen respektvoll in allen Situationen miteinander umzugehen)
  • Esskultur (Tisch decken, am Tisch mit Tellern, Gläsern und Besteck in einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre essen)

3) die Kinder und Jugendlichen in ihren Fähigkeiten so weit zu fördern, dass sie ihr Leben selbstbewusst, selbstbestimmt und verantwortungsvoll in die Hand nehmen können.

4) Kindheitserfahrungen aufzuarbeiten und das Erlebte dergestalt in das Selbstbild zu integrieren, dass langfristige Folgen und Beeinträchtigungen der durchlittenen Traumatisierung und Bindungsbelastung nach Möglichkeit vermieden bzw. deutlich reduziert werden können. Erleben von korrigierenden Beziehungserfahrungen im Kontext unseres familienähnlichen Settings.

5) dass die Kinder und Jugendlichen akzeptieren, Regeln und Grenzen einzuhalten und damit einhergehend die Notwendigkeit des Einhaltens von Regeln und Grenzen für das Zusammenleben in einer sozialen Gemeinschaft erkennen.

6) Kindern mit Bindungsstörungen ein Lebensumfeld zu bieten, in dem sie positive und verlässliche Beziehungserfahrungen machen können, die es ihnen ermöglichen, in ihrem Tempo Bindungen und/oder Beziehungen mit den Betreuern, aber auch mit den anderen Kindern und Jugendlichen eingehen und halten zu können.

7) Es ist unser Bestreben, das Leben in unserem Haus so gut wie möglich zu gestalten. Durch gezieltes und planvolles Handeln und durch die Schaffung neuer Lernerfahrungen sollen vorhandene Defizite und Mängel im Verhalten der Kinder und Jugendlichen ausgeglichen werden. Die Kinder und Jugendlichen sollen bei uns Geborgenheit, Ruhe und Sicherheit finden.