7. Fachliche Ausrichtung der Leistung und angewandten Methode

7.1. Kurze Beschreibung der fachlichen Ausrichtung

Der Leiter und stellv. Leitung haben als Ehepaar eine Art Dauerpräsenz. Sie sind sowohl morgens wie abends in der Regel ansprechbar, auch wenn wir nicht im „Dienst“ sind. Sie sind in der Regel rund um die Uhr für die Kinder und Jugendlichen, sowie Mitarbeiter telefonisch erreichbar. Wir wollen nicht ihre Eltern ersetzen, aber möchten den Kindern und Jugendlichen ein stabiles und liebevolles Umfeld geben und sehen uns als feste Instanz im Haus.

Wenn erforderlich kann die Leitung, wenn sie nicht im Dienst ist auch zeitnah ins Haus kommen, da sie nur wenige Fußminuten weit weg wohnen. Im Haus selbst wohnen keine Mitarbeiter.

Wir arbeiten in Schichten: 1x Sozialpädagogische Fachkraft im Frühdienst und mindestens 2 Sozialpädagogische Fachkräfte im Spätdienst ein Mitarbeiter über die Nacht im Dienst. Sollte keine Sozialpädagogische Fachkraft im Nachtdienst sein, wird eine Rufbereitschaft installiert. Das ist dann eine Sozialpädagogische Fachkraft. Diese ist dann jederzeit telefonisch erreichbar und wird wenn nötig, innerhalb kürzester Zeit ins Haus kommen.

Wir als Leitung, sowie auch von den betreuenden Fachkräften wird erwartet, dass sie zu all diesen Gegebenheiten selbst eine lebendige Beziehung herstellen. Das heißt, sich bemühen, echte Zeitgenossen zu sein, die in der Welt mit viel Verständnis stehen, die einen Sinn für Sozialprozesse haben und einen liebe- und verständnisvollen Blick für die unterschiedlichen altersspezifischen Entwicklungsbedingungen, vor allem aber Respekt vor der Unantastbarkeit der Würde des Individuums und dem individuellen Entwicklungsweg, auch bei schwersten Schicksalsbedingungen, der vor jedem Kind und jedem Jugendlichen liegt. Dieses verlangt von allen Fachkräften eine kreative Grundhaltung, eine hoch reflektierte Arbeitsweise und die Bereitschaft, in ständiger Übung die eigene Beobachtungsgabe weiterzuentwickeln. All dies ist nur möglich, wenn sich die Erziehenden fortwährend selbst erziehen

Die Begegnung mit dem Kind oder Jugendlichen ist zum einen eine Begegnung mit einer bestimmten Altersstufe, zum anderen die Begegnung mit einer bestimmten sozialen Umgebung und die Begegnung mit einer ganz bestimmten Zeitsituation mit ihren zivilisatorischen Erscheinungen.

Alle diese Begegnungen dienen dem Ziel, dem Individuum so gerecht zu werden, dass es sich in diesem Alter, in diesem sozialen Umfeld und in dieser Zeit selbstständig zur Erscheinung bringen kann. Daher muss von den betreuenden Fachkräften erwartet werden, dass sie zu all diesen Gegebenheiten selber eine innerlich lebendige Beziehung herstellen, das heißt, sich bemühen, wache „Zeitgenossen“ zu sein, die in der Welt mit viel Verständnis stehen, die einen Sinn für Sozialprozesse haben und einen liebe- und verständnisvollen Blick für die unterschiedlichen altersspezifischen Entwicklungsbedingungen, vor allem aber Respekt vor der Unantastbarkeit der Würde des Individuum und dem individuellen Entwicklungsweg, auch bei schwersten Schicksalsbedingungen, der vor jedem Kind und jedem Jugendlichen liegt. Dies verlangt von den betreuenden Fachkräften eine kreative Grundhaltung, eine hoch reflektierte Arbeitsweise und die Bereitschaft, in ständiger Übung die eigene Beobachtungsgabe weiterzuentwickeln. All dies ist nur möglich, wenn sich die Erziehenden fortwährend selbst erziehen. Wir wertschätzen alle Menschen egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsende als Individuen mit einzigartigen Ressourcen, deren positive Weiterentwicklung unser Ziel ist.

Unsere Mitarbeiter wie auch die Leitung der Einrichtung erhalten regelmäßige Supervision, regelmäßige Dienstbesprechungen und in regelmäßigen Abständen Fallbesprechungen. Darüber hinaus nehmen alle Fachkräfte an mindestens zwei fachbezogenen Fortbildungen im Jahr teil. Die Wochenpläne berücksichtigen festgelegte Zeiten für sportliche Aktivitäten, Bildung und Hausaufgabenzeit, Reinigung der Zimmer und der Gruppenräume, Beschäftigung im Haus und im Garten, Einzel- und Gruppengespräche, sowie für die Mahlzeiten. Themen und Aktivitäten sind von den Bewohnern mitbestimmt.

7.2. Benennung der in der Hauptsache angewandten Methode in Bezug zur Zielgruppe

Eine vertrauensvolle Basis ist der Grundstein jedweden Handelns. Dieser Grundstein wird gelegt, in dem wir den Kindern und Jugendlichen Wertschätzung, Offenheit, Zuverlässigkeit, Empathie, Akzeptanz, Toleranz und Kontinuität vorleben. Die individuelle Förderung in den verschiedenen Lebensbereichen durch Einzel- und Gruppengespräche gehören zu unseren methodischen Grundlagen.

Die pädagogische Arbeit wird bestimmt durch das Prinzip der „Bezugserzieher“, d.h., jedes Kind oder Jugendlicher hat einen bestimmten Betreuer als seine Hauptbezugsperson. Kontinuität, Geduld, Zuverlässigkeit, gegenseitige Achtung und Respekt sind wesentliche Bestandteile in der pädagogischen Arbeit. Ein strukturierter Tagesablauf, geprägt von gemeinsamen Absprachen und Vereinbarungen, soll Handlungssicherheit im zu bewältigenden Alltag ermöglichen. Als soziales Lernfeld bietet sich die Wohngemeinschaft an, z.B. durch die Auseinandersetzung mit anderen und mit Normen und Regeln, durch den Umgang mit Konflikten, die Übernahme von Verantwortung und die Klärung der eigenen Rolle.

Das Bezugsbetreuersystem ermöglicht die Individualität und Förderung des Kindes und Jugendlichen im Alltag. Er dient auch als Mittler bei den Kooperationspartnern wie Schulen, Ärzten, Therapeuten und dem Elternhaus. Jeder Bezugserzieher kennt die Entwicklungsaufgaben seines Bezugskindes am besten und kann somit auf Belange, Nöte oder Sorgen aber auch Fähigkeiten/Fertigkeiten und Ressourcen bestens eingehen.

Wir arbeiten nach dem lösungsorientierten Ansatz, d.h. wir schauen in unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, dass die vorhandenen Lösungspotentiale und Selbstheilungskräfte jedes Einzelnen als Handlungsweisen bzw. Handlungsstrategien eingesetzt werden. Wir haben einen positivgestärkten Blick auf die Ganzheitlichkeit des Kindes/Jugendlichen, somit können sie besser mit ihren Problemen umgehen.

Wir sind stets Beobachter und nutzen die verschiedenen Methoden der Beobachtung (teilnehmende, nicht teilnehmende Beobachtung) um unsere Kinder und Jugendlichen in verschiedenen Situationen zu erleben. Unser Augenmerk liegt in der systemischen Aufstellung, um adäquater Ursachen und Gründe für verschiedene Verhaltensmuster, Krankheiten, Symptome und Fragen zu bestimmten Lebensumständen zu erkennen.

Unsere pädagogischen Maßnahmen sollen generell Vertrauen und Akzeptanz stärken, gleichzeitig aber auch eine kritische und fachlich geprägte Distanz gewährleisten. Unsere Eltern- und Familienarbeit soll bestehende Bindungen emotional stabilisieren, Ressourcen des Elternhauses aktivieren, fördern und stärken und die Akzeptanz und Unterstützung der Maßnahme fördern. Außerdem die Partizipation ermöglichen, Hilfestellung in Erziehungsfragen geben, Elternverantwortung stärken und eine Rückführung in die Familie ermöglichen Die soziale Gruppenarbeit (Lernen in und mit der Gruppe) soll die Wahrnehmung und das Gefühl der Mitverantwortung für die gemeinsame Lebenswelt ermöglichen und fördern. Konfliktmoderation / Mediation sicherstellen und dadurch soziale Fähigkeiten, wie Beziehungs- und Konfliktfähigkeit, festigen.

Haltgebende Strukturen durch feste Bezugspersonen, klare Regeln, gestaltete Tages-, Wochen- und Jahresrhythmen sollen Beziehungsfähigkeit und Beziehungskonstanz erreichen und altersbedingte Frei- und Entscheidungsräume ermöglichen und die Handlungssicherheit und emotionale Stabilisierung fördern. Alltagsstrukturen und freie Entfaltungsmöglichkeiten in ein ausgewogenes Verhältnis bringen und dadurch die Partizipation an allen Lebens- und Hilfeprozessen ermöglichen und sicherstellen.